La Rochelle

LaRochelle013
Die Brücke zur Île de Ré
LaRochelle008
Kuschelcamping in La Rochelle
LaRochelle005
Auf dem Weg in die Stadt
LaRochelle007
Schönes Grafitty
LaRochelle006
Bei den Sprayern
LaRochelle011
Unten die kleine Elektrofähre
LaRochelle009
Die Merkthalle von La Rochelle
LaRochelle010
Eine alte Drogerie in La Rochelle
LaRochelle012
Weihnachtszeit in La Rochelle
LaRochelle004
Ein typisches Boot der Muschelfischer
LaRochelle003
In den wurstigen Netzen sind Miesmuscheln
LaRochelle002
Die Cabanen (Fischerhütten) in La Rochelle
LaRochelle001
Heike und Klaus am Hafen
LaRochelle014
Sonnenuntergang am Segelhafen

Wir verlassen die Île de Noirmoutier und bummeln über die Landstraßen südwärts. Die relativ kurze Strecke kommt uns beiden irgendwie unendlich vor. Es liegt wohl an den vielen Ortsdurchfahrten, Kreiseln und Baustellen. Gegen Spätnachmittag trudeln wir dann endlich auf dem für Wohnmobile ausgewiesenen Parkplatz am Yachthafen an und quetschen uns in eine Parklücke von denen es kaum noch welche gibt. Eigentlich mögen wir dieses Kuschelcamping überhaupt nicht  aber der Platz ist zentral gelegen und obendrein noch kostenlos.
La Rochelle ist eine alte Hafenstadt Frankreichs und wenn man in Wikipedia rein schaut wird man überschüttet von kriegerischen Handlungen, das ging so um 1100 los und endete mit dem U-Bootbunker der Nazis, die heute leider nicht mehr besichtigt werden können, da sie im hermetisch abgeriegelten Hafenbereich liegen. Es ist ganz nett durch die Altstadt zu schlendern aber viel machen wir uns daraus nicht. Alte Häuser, Kirchen und gruselige Gemäuer gibt es in fast allen Städten und viel wird darüber geredet.
Am nächsten Tag stößt unser Freund Klaus zu uns und so stehen die schönsten Wohnmobile in La Rochelle nebeneinander. Klaus kennt La Rochelle schon viele Jahre und berichtet uns von den Zeiten, als das Hafengelände noch offen war und mehr oder weniger ein riesiger Abenteuerspielplatz war. Die modernen abgeriegelten Häfen der Neuzeit sind einfach sch….! Uns wird immer mehr Individualität und Eigenverantwortung genommen. Ich lass jetzt mal diese Diskussion weil sie ein extra Kapitel füllen würde, aber ich greife sie sicher noch einmal auf.
Das Wetter ist toll, bis auf unseren Waschtag im Hafenwaschcenter hatten wir stahlblauen Himmel und dieses wundervolle Winterlicht das so einmalig intensiv ist.
Vom Segelhafen fahren wir mit den Fahrrädern in Richtung Stadt, immer entlang an endlosen Reihen an Booten aller Art, es müssen tausende sein. Anscheinend hat jeder Franzose mindestens ein Boot. Viele junge Leute auf gelben Leihfahrrädern kommen uns entgegen oder überholen uns, kein Wunder denn hier um die Ecke sind Universitäten und einige Fachschulen. Es ist toll so viele junge Menschen zu sehen. Über kleine Brücken, die über Schleusen führen kommen wir an das Ende des alten Hafenbeckens und wie es in jeder Hafenstadt ist, reihen sich hier Cafés und Restaurants aneinander. Es ist eine tolle Stimmung, denn überall sitzen die Menschen draußen und genießen das warme Winterwetter. Die Adventszeit scheint ihr Dasein nur über die angestrahlten Hafentürme zu zeigen, auf denen Joyeuses Fêtes (Frohes Fest) zu lesen ist und natürlich auch nicht die kitschig blauen Lichterketten. Das schönste Gebäude, wie wir finden ist die alte Markthalle die so richtig im Steampunklook glänzt. Besonders sehenswert finden wir den Gebrauchtladen für Schiffszubehör. Hier bekommt man von der Ankerkette bis zur Schiffermütze alles was ein Skipper braucht. Mit Klaus zusammen radeln wir entlang des Hafengeländes bis hin zum Fischereihafen, bei dem wir den anlandenden Muschelzüchterschiffen beim aus und einladen zuschauen können. Hier können wir wenigstens noch direkt an die Kais gelangen. Allerdings bleibt uns der Blick auf die große Brücke zur Île de Ré durch große angrenzende Lager.- und Werkshallen versperrt. Wir müssen einen weiten Umweg in Kauf nehmen und können dann aber doch noch bis zu Mitte der Brücke radeln auf der wir die Sonne über der Île de Ré untergehen sehen. Im dunkelwerden nehmen wir den kurzen Weg durch Benzintanklager, Chemiegeländen und was weiß der Himmel noch. Im Halbdunkeln ist es eine richtige grauselige Atmosphäre. Ach ja ich habe den Plattfuß an Klaus Fahrrad bei dem Fischereihafen vergessen. Zum Glück hatte ich Flickzeug mit und Heike eine funktionierende Luftpumpe. Nachdem Klaus und ich uns ordentlich in den Haaren lagen, wie der Defekt zu beheben sei, konnten wir uns einigen und dann endlich wieder weiter fahren. Die 15 Kilomter wären für Klaus sonst arg lang geworden. 😉