Vergeben

Wenn ich am zwei zweiten Weihnachtstag in aller Frühe mit dem Fahrrad aufbreche.

Eine Ruhe liegt über der Halbinsel
so als wäre sie eine Insel
In der Ferne der Deich
Jeden Moment immer etwas Näher
Nur die Vögel durchbrechen die Ruhe
Dann endlich der Blick über den Deich
Die Sonne spielt mit den Wolken
auf den Watten glitzern ihre Strahlen
Die Gedanken verlieren sich

Nur einer bleibt

Vergeben

Ich vergebe Dir
Ich strecke meine Hand aus
Doch was nützt es wenn nur ich vergebe
Was nützt es wenn etwas stärker ist
Wenn meine Vergebung nicht ankommt
Wenn meine Vergebung nicht angenommen wird
Wenn meine Vergebung nur meine Vergebung bleibt

Dann ist es auch gut so
Es schmerzt zwar
Aber ich akzeptiere es
Ich wachse sogar dadurch

Denn ein Vergeben ist auch immer ein Vergeben sich selber gegenüber

Wenn ich an jedem Tag in aller Frühe erwache

Eine Ruhe liegt in mir
So als wäre ich eine Insel
In der Ferne ein Licht
Jeden Moment immer etwas Näher
Kein Laut dringt zu mir durch
Dann endlich die Erkenntnis
Ich kann nicht alles erwarten
Ich bin im Frieden

nicht mehr und nicht weniger