Wilde Küste, verwunschene Pfade und magische Steine, Camaret sur Mer

Pointe de Toulinguet und unsere tauchbucht
Pointe de Toulinguet und unsere tauchbucht
Kajak en Mer
Kajak en Mer
Im Hintergrund der Pointe de Capucins
Im Hintergrund der Pointe de Capucins
Blumen am Wegesrand
Blumen am Wegesrand
Die alte Bahntrasse
Die alte Bahntrasse
Alte Brücke über die ehemalige Bahntrasse
Alte Brücke über die ehemalige Bahntrasse
Der Etang de Kerloc'h
Der Etang de Kerloc’h
Das Sperrgebiet
Das Sperrgebiet
Festgebuttert oder gut ausgebauter Radweg
Festgebuttert oder gut ausgebauter Radweg
Der alte Bahnhof irgendwo in der Pampa
Der alte Bahnhof irgendwo in der Pampa
Camarets Hafen bei Ebbe
Camarets Hafen bei Ebbe
Panorama des Hafens von Camaret sur Mer
Panorama des Hafens von Camaret sur Mer
Point de Penhir
Point de Penhir
Die Alignements de Lagatjar
Die Alignements de Lagatjar
Vollmond!
Vollmond!
Sie stehen hier schon seit Ewigkeiten
Sie stehen hier schon seit Ewigkeiten

Ein Tag kann so viel bieten, man muss nur aufmerksam durch die Welt gehen und auch mal abseits der Wege schauen. In Camaret sur Mer geht das wunderbar. Morgens steht man an den steilen Abgründen der Küste, dann geht es mit dem Fahrrad die alte Bahntrasse zum Brötchenholen um zurück einen Abstecher über den Hafen zu machen. Am Vorabend ging es im Licht des Vollmondes zu den Steinen, den Alignements de Lagatjar, die in diesem Licht besonders mystisch erstrahlen.
Die Radtour nach Crozon und weiter nach Tal Ar Groaz steht bei mir heute auf dem Plan. Es ist eine so genannte Voie vert, also ein grüner Weg, wie die Franzosen stillgelegte Bahnstrecken nennen. Kurz unterhalb des Campingplatzes trifft man auch schon auf die alte Bahnlinie die hier aber noch nicht als Radweg ausgebaut ist und dementsprechend polterig ist. Das zieht sich auch bis kurz vor Crozon hin. Es ist, wenn überhaupt ein schlechter zerrittener Feldweg, der in Richtung Crozon aber immer besser wird. Immerhin brauche ich nur einmal an dem fetten Schlammloch absteigen. Nach einer kleinen Shoppingtour über den Markt und bei Lidl (die haben lecker Brötchen) fahre ich dann noch weiter bis nach Tal Ar Groaz auf dem fertig ausgebauten Voie Vert. Es ist eine super Strecke auf einer superglatten Oberfläche. Allerdings etwas langweilig zwischen den ganzen Maisfeldern. Zurück geht es den gleichen Weg. Mit etwas Stirnrunzeln schweift der Blick beim Naturschutzgebiet Etang de Kerloch auf die komischen Gebäude, den Sicherheitszaun und die Wachtürm. Es ist die Pyrotechnie de Guernévez. Wer denkt das hier Knallkörper hergestellt werden irrt. Frankreich ist eine Atommacht und irgendwo muss das Zeugs ja auch gelagert werden. Also hier, ein paar Kilometer von unserem Campigplatz inmitten unberührter Natur. Es soll einen Verbindungstunnel von der Pyrotechnie de Guernévez zur Ile Longue geben, dort ist eine U-Bootbasis Frankreichs, genau gegenüber des Arsenals von Brest. Etwas verlassen und vergessen dagegen wirkt der zerfallene Bahnhof zwischen Crozon und Camaret und weist auf die Zeiten hin als die Eisenbahn noch das Verkehrsmittel war. In Camaret angekommen geht es dann steil herunter zum Hafen, der gerade zur Mittagszeit in voller Ebbe vor mir liegt. Es ist kaum vorstellbar das es einmal der wichtigste Langustenhafen Frankreichs war. Auch hier stirbt die ursprüngliche Fischerei langsam aus und weicht den monotonen Häfen der Freizeitsegler.
Es ist unglaublich wie viele Facetten eine Gegend bieten kann und dann wirkt es noch bei jedem Tageslicht unterschiedlich. Vom Strand über die Felsenküste zum Hafen und im Land zu verwunschenen Seen und struppigen Brombeerbüschen.